Madeira - Insel des ewigen Frühlings

26.5.-2.6.2009





Reisebericht


Im ersten Urlaub des Jahres sollte es dieses Mal auf die Blumeninsel im Atlantik gehen - nach Madeira. Wir wollten einige schöne und spannende Wanderungen unternehmen und suchten lange Zeit nach einem passenden Hotel. Es sollte in einer sehr ruhigen Lage sein (damit schied Funchal gleich aus), die Zimmer sollten nicht zu klein und sauber sein, und es sollten Wanderungen direkt vom Hotel aus auch ohne Auto möglich sein. Schließlich fiel unsere Wahl auf das Hotel Jardim Atlântico an der Südwestküste in Prazeres. Dies aus mehreren Gründen: Zum einen sind die Bewertungen online (u.a. auf holidaycheck.de) sehr gut, außerdem schienen die Zimmer riesig, und das Hotel an sich ist sehr ökologisch orientiert (hat auch schon viele Auszeichnungen in diesen Bereichen erhalten). --> mehr zum Hotel weiter unten!

Gebucht wurde dann gleich direkt auf holidaycheck.de, was im Übrigen tadellos funktionierte. Man hatte eine eigene Zugangsseite, wo jederzeit die Reisedaten abrufbar waren, konnte direkt via Eingabefeld mit den Betreuern Kontakt aufnehmen, und auch die Kommunikation (hatten zweimal Fragen) klappte ganz einwandfrei. Der Reiseveranstalter war DERTOUR, und auch hier klappte vor Ort alles! Ein Transfer stand am Flughafen schon bereit (wir hatten aber ein Mietauto gebucht - auch gleich online via holidaycheck.de - also benötigten wir den Transfer nicht), und auch am Tag unserer Abreise erschien eine Betreuerin im Hotel und fragte wegen des Transfers zurück zum Flughafen. Alles in allem war es ein Vergnügen, über holidaycheck.de zu buchen, und bei allen zukünftigen Reisen werden wir hier zuvor reinschauen.

Der Anreise sahen wir nicht zuletzt der Bemerkungen von Arbeitskollegen und Freunden und aufgrund von Berichten aus dem Internet mit Spannung entgegen - gilt der Flughafen Madeiras immerhin als einer der schwierigst anzufliegenden Flughäfen der Welt (s. dazu auch den Wiki-Artikel unter Flughafen Madeira). Aber im Nachhinein betrachtet war es halb so wild, der Hinflug war sehr ruhig, das Essen (Frühstück beim Hinflug, Mittagessen beim Rückflug) bei FlyNiki wirklich gut, es wurden oft Getränke gereicht, und auch das Unterhaltungsprogramm (Filme, Musik etc.) war für einen doch eher kürzeren Flug (hin: 4,5 Stunden, retour: 4 Stunden) echt fein! Einzig das Ansetzen zur Landung war spektakulär: Zuerst flog der Pilot am Flughafen und der Landepiste vorbei und setzte zu einer sehr engen Rechtskurve an. Hier sah man nur mehr das Meer und hatte beinahe das Gefühl, der rechte Flügel würde die Wasseroberfläche touchieren. Bis man tatsächlich die Landung spürte, hatte man den Eindruck, direkt im Meer zu landen. Aber entgegen der Erwartung (wegen der kurzen Landepiste) wurde nicht so arg gebremst, und auch das Aufsetzen am Boden war kaum anders als auf anderen Flughäfen. Alles in allem eine gute Leistung des Piloten! (Obwohl: Das Klatschen im Anschluss muss ja wirklich nicht sein - ob diese Leute auch klatschen, wenn der freundliche Mann von der Müllentsorgung ihre Tonne entleert???)

Nachdem wir nach einiger Zeit unser Gepäck hatten, machten wir uns auf den Weg, um unseren Autoverleiher zu finden. Auch das war einfach: In der Ankunftshalle wartete bereits ein Vertreter von Bravacar auf uns, und gemeinsam mit anderen, die sich auch hier einen Mietwagen genommen hatten, ging's in einem Shuttle ca. 10 Minuten nach Santa Cruz, wo wir unser Auto (einen doch schon etwas älteren, leicht rostigen und bereits mit einigen Schrammen versehenen Renault Clio) in Empfang nahmen. Dann begann unsere erste Fahrt auf der Insel, Richtung Prazeres zu unserem Hotel.

Die Fahrt ging durch zahlreiche Tunnels, doch anders als bei uns gab es fast immer Gegenverkehr (auch war Überholen bei diesen Tunnels teilweise erlaubt). Ein Tunnel war sogar ziemlich nass, und es tropfte von der Decke. (Positiv gesehen war es gratis Autowäsche.) Sonst brachte das ewige Auf und Ab der Strecke unser kleines, PS-schwaches Auto schon ziemlich stark an seine Grenzen. Gaspedal durchtreten war daher meist die Devise. Nichtsdestotrotz gelangten wir nur mit einem kleinen Verfahrer nach etwas über einer Stunde im Hotel Jardim Atlântico ein, wo uns ein sensationeller Meerblick nach beinahe allen Seiten, eine grüne Oase und eine wunderbar in die Umgebung integrierte Hotelanlage erwartet. Schon jetzt waren wir uns sicher: Wir hätten's gar nicht besser treffen können (zum Hotel s. Beschreibung weiter unten)!

Der Empfang an der Rezeption durch die junge Dame mit perfektem Englisch war sehr nett, und obwohl wir schon gegen Mittag eincheckten, war schon nach einer halben Stunde unser Bungalow Nr. 5001 fertig zum Bezug. Genau 113 Stufen vom Haupthaus hatten wir hinunter zu unserer Unterkunft - und die Aussicht begeisterte uns wirklich! Nur Meer, von allen Seiten nur der Atlantik zu unseren Füßen (500 Höhenmeter darunter), linkerhand konnten wir bis nach Jardim do Mar sehen. Und die einzigen Geräusche waren das Meeresrauschen und der Gesang der Vögel im Grün um uns herum. Ein gelungener Einstieg in einen perfekten Urlaub!

In den leider nur 8 Tagen, die wir auf Madeira verbringen durfte, wollten wir hauptsächlich einige schöne Wanderausflüge machen (s. dazu auch Ausflüge). Natürlich durfte auch ein Tag in Funchal nicht fehlen, wo wir u.a. den Markt mit den ganzen tollen Früchten besucht haben. Früchte ist übrigens das Stichwort: Ananas, Bananen, Papaya, Mangos, Anonas, Maracujas, Philodendren, Erdbeeren, Äpfel, Avocados... Madeira hat wirklich alles an Früchten, egal ob exotisch oder bei uns auch vorhanden. Und alles bekommt man am "Mercado dos Lavradores" in Funchal (s. dazu mehr bei Ausflug nach Funchal). Die Anonas (schmecken sehr süß) sollten unbedingt probiert werden. Und natürlich die süßen, weichen Mangos (nebenbei auch sehr gesund).

Beliebte (und leicht zu transportierende) Souvenirs für daheim sind u.a. übrigens:
  • Blumen, oder noch praktischer, weil handlicher: Blumensamen
  • Madeira-Wein (je älter desto besser - und desto teurer; es gibt ihn von trocken bis süß, wobei die süßeste Sorte als Dessertwein gilt)
  • Eukalyptus- und Fenchelbonbons (echt gut!)
  • Bolo de Mel (der berühmte Honigkuchen Madeiras)
Man kann das alles auch in letzter Sekunde am Flughafen kaufen, aber am besten besorgt man die Souvenirs gleich in Funchal (in den Geschäften und/oder am Markt dort).

Wir waren sehr schnell davon überzeugt, dass Madeira ein Urlaubsziel ist, das man öfters als nur einmal sehen sollte. (Außerdem fehlen uns auch noch etliche Wanderungen. ;-) Deshalb, Madeira: Áte à próxima!

Hotel Jardim Atlântico


Wir hatten viele verschiedene Hotelbewertungen gelesen, bevor wir uns schließlich für dieses Hotel entschieden. Und wir hätten vermutlich gar nicht besser liegen können. Als Gesamtpaket war es wohl eine der besten Unterkünfte, die wir je hatten.

Das Jardim Atlântico liegt 1,5 km von Prazeres, einer kleinen Ortschaft im Südwesten der Insel auf ca. 500 Höhenmeter gelegen, entfernt. Es ist terrassenförmig in den Steilhang gebaut, am Ende einer Straße - danach gibt's nichts mehr außer Garten, Grün und Steilhänge. Nachdem beim Hotel auch die Straße endet, hat man absolut keinen Straßenverkehr. Zusätzlich wird auch noch zwischen 23.00 und 7.00 Uhr ein Schranken heruntergelassen. Von der Hotelanlage (aber insbesondere von den Bungalows aus) hat man eine tolle Aussicht auf die beiden Dörfer am Meer (Jardim do Mar und Paúl do Mar), aber vor allem kann man an so vielen Stellen der Hotelanlage wunderschöne, traumhafte Sonnenuntergänge bewundern. Es gibt am Ende des Hotelgeländes auf dem Wanderweg nach Paúl do Mar sogar einen sehr schönen Aussichtspunkt, wo sich abends oft Gäste versammeln, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Von dort hört man sogar die Kirchenglocken von Paúl do Mar heraufhallen.

Das Hotel hat schon viele Öko-Auszeichnungen erhalten, ist ein zertifiziertes Umwelt- und Biosphärenhotel und ist im Feng Shui-Stil eingerichtet. Es gibt einen kleinen Indoor-Pool, einen Swimming-Pool (den wir einmal getestet haben - klares, sauberes Wasser, sehr kalt, aber erfrischend nach einer heißen Wandertour), ein kleines Fitness-Center, einen Spa-Bereich (die Massagen sind sensationell!), Tennis- und Volleyball-/Badmingtonplatz, einen wirklich interessanten Barfusspfad (unbedingt ausprobieren!) und etliches mehr (s.a. die Beschreibung auf holidaycheck.de). Was auch sehr praktisch ist: Direkt beim Fitness-Center gibt es einen winzigen Supermarkt, wo man u.a. Wasser kaufen kann (4 x 1,5 l kosteten EUR 2,90).

Sehr schön ist auch die gepflegte Grünanlage, die das ganze Hotel an jeder Ecke umgibt, viele Blumen, Sukkulenten etc. Versteckt im Grünen, vor allem an Mauern, kann man die süßen, kleinen Madeira-Mauereidechsen finden, die mit einiger Geduld sogar manchmal am Finger knabbern. Die Eidechsen muss man einfach lieben, denn sie schaffen es, dass es quasi auf ganz Madeira keine Borreliose-übertragenden Zecken gibt (s. dazu unter Tips).

Das Personal des Hotels ist angefangen von den Leuten an der Rezeption und den Kellnern bis zu den Zimmermädchen unglaublich freundlich und hilfsbereit. Insbesondere das Personal an der Rezeption kann nicht nur perfekt Englisch, sondern auch Deutsch. Egal, was man braucht (Desinfektionsalkohol nach einem Zeckenbiss oder Anruf beim Autoverleiher), man ist hier wirklich gut aufgehoben.

Was uns jeden Morgen und Abend aufs Neue begeisterte, waren Frühstück und v.a. Abendessen - jeweils immer Buffet (nix Fertiges, sonst alles immer selbst mit frischen Zutaten zubereitet!). Die Auswahl beim Frühstück war groß: Es gab vier verschiedene Teesorten (keine Teebeutel!), Kaffee, verschiedene Fruchtsäfte (Orangensaft, Grapefruitsaft, Karottensaft, Pfirsich-Sojabohnensaft etc.), Wurst, Käse, Ham&Eggs, Würstchen, etliche verschiedene Sorten Marmelade, viele Sorten selbstgebackenes frisches Gebäck (auch dunkleres!), süßes Gebäck (Schoko-Croissant usw.), Butter mit/ohne Salz, Margerine, Müsli zum Selbstmixen, einen sehr leckeren Müslimix, Früchte, Früchtesalat etc. - also mehr als ausreichend! Aber das Abendessen hat wohl alles übertroffen! Es gab immer eine leckere Suppe mit verschiedenen Einlagen, diverse warme und kalte Hauptspeisen mit einer riesigen Auswahl an Vegetarischem und jedes Mal frischem Fisch in den unterschiedlichsten Sorten, aber auch immer Fleisch), diverse Beilagen, viele verschiedene Salate (besonders oft mit Früchten wie Ananas, Mango oder Papaya darunter, was toll schmeckte!)... und dann ein unglaubliches Dessert-Buffet! Es gab die besten Früchtecremen (Mangocreme, Ananascreme, Papayacreme, Erdbeercreme...), tolle Schokokuchen, eine beinahe unendliche Auswahl an Tartes, kleine Pralinen, Pudding, Kuchen (auch den berühmten Bolo de Mel - Madeiras Honigkuchen)... Und wenn jemand was von Desserts versteht, dann ich!

Was uns aber mindestens ebenso sehr wie das Essen begeisterte, war unser traumhafter Bungalow mit der riesigen Terrasse, von der aus man zum einen Jardim do Mar und zum anderen jeden Abend einen tollen Sonnenuntergang bewundern konnte. Es war so unglaublich ruhig, dass wir nur das Meeresrauschen hörten... von unserem Bett aus konnte man im Übrigen auch direkt auf das Meer sehen! Der Bungalow liegt direkt am Steilhang, 113 Stufen vom Haupthaus getrennt, und darunter ist nur mehr nach 500 Höhenmetern der Atlantik. Ruhiger hatten wir es bisher wohl noch nie! Die Terrasse ist ca. 8 m lang, doch auch der Rest ist riesig! Ein großes Wohnzimmer mit Sitzecke und Tisch, Couch samt Tisch, eine große Küche mit allem Notwendigen an Geschirr und Küchenmobiliar (Mikrowelle, Herd, Backrohr, Kühlschrank), ein riesiges Schlafzimmer mit viel Platz im Kasten und ein wirklich großes Bad mit viel Stauraum und einer Badewanne. Das schönste nach langen Wanderungen war es, auf der Terrasse zu sitzen und bis zum Sonnenuntergang zu lesen (und zwischendurch aufzuspringen, um wieder mal ein Foto vom Sonnenuntergang zu machen!).

Im Hotel werden übrigens abends regelmäßig verschiedene Veranstaltungen (gratis) geboten, Vorträge, Videovorführungen (z.B. über den Madeira-Wein), Jazz-Abende, Folklore-Abende... Einmal haben wir uns einen sehr interessanten Vortrag über die exotischen Früchte Madeiras angehört. Und am Jazz-Abend sind wir auf der Terrasse gesessen und haben so beim Sonnenuntergang der Musik im Hintergrund gelauscht. Was auch besonders nett ist, ist der Willkommensabend für neue Gäste in der Bibliothek, wo Madeira-Wein kredenzt und man über zahlreiche Ausflugs- und Wandermöglichkeiten auf der Insel informiert wird.

Apropos: Jeden Sonntag von 9-17 Uhr gibt es im Mercado Agricultures in Prazeres einen Bauernmarkt, wo man viel Obst, Gemüse, Pflanzen, Marmeladen, Säfte etc. von den Bauern der Umgebung kaufen kann. Unbedingt hinschauen! Die für Madeira so berühmte Anona (Cherimoya) gibt's dort wirklich sehr preiswert!

Fotos unter: Impressionen unseres Hotels



Ausflüge


Für unsere Wanderausflüge hatten wir uns bereits vorab in Österreich einen Wanderführer von Rother besorgt, nämlich von Rolf Goetz "Madeira - Die schönsten Levada- und Bergwanderungen" (50 Touren). Daraus haben wir 4 Wanderungen ausgewählt, eine haben wir uns vom Hotel empfehlen lassen und einmal ging's nach Funchal. So hatten wir insgesamt 6 Tagesausflüge. Zum Rother-Wanderführer sei noch gesagt, dass er wirklich viele schöne Touren beschreibt, obwohl die Anforderungen (blau = leicht, rot = mittel, schwarz = schwer) manchmal nicht so eng zu sehen sind - daher nicht von einer schwarzen Tour abschrecken lassen! Was leider oftmals nicht leicht mit dem Wanderführer zu finden war, waren die Einstiege zu den einzelnen Levadas (hierzu bei den einzelnen Touren genaueres). Was unbedingt bedacht werden muss, ist die Tatsache, dass auf Madeira permanent und an vielen Ecken gebaut wird, insbesondere bei den Tunnel. Da kann es schon manchmal passieren, dass eine Levada unterbrochen ist, kein Wasser führt etc. Am besten wäre es, sich immer vor Ort beim Hotel vor einer Tour darüber zu erkundigen.

Was auf Madeira - wie auch sonst natürlich im Gebirge - auf Wandertouren zu beachten ist, ist die nicht immer stabile Wetterlage. Wir hatten Glück und immer Sonnenschein und keine plötzlichen Regenfälle, aber auch Wolken/Nebelfelder können die eine oder andere Wanderung verderben (z.B. können einem sehr häufig Nebelfelder die Aussicht am Pico Ruivo gründlich ruinieren). Daher empfiehlt es sich auch hier, sich vorab bei der Rezeption wegen des aktuellen Wetters zu erkundigen. Es gibt am Pico Ruivo eine Webcam, womit man auch die Wetterlage dort betrachten kann. Daher auch hier unbedingt am Morgen direkt vor der Wanderung nochmal zur Sicherheit die Wetterlage überprüfen. An der Rezeption wird sicher immer gern darüber Auskunft gegeben! Was man umgekehrt bei schönem Wetter berücksichtigen sollte, ist der UV-Index (s. hierzu auch Links). Einen Sonnenbrand hat man sich nur allzu schnell eingehandelt (auch mit LSF 40 und vorgebräunter Haut!). Und auch wenn die Temperaturen nicht so hoch sind, fühlt es sich allemal viel wärmer an. Also unbedingt eine Sonnencreme mit LSF 50+ UVA/UVB vor der Wandertour verwenden.


1. Wanderung - Paúl do Mar und Levada Nova

Unsere erste Tour auf Madeira führte uns nach Paúl do Mar und über die Levada Nova wieder retour. Ausgangspunkt war unser Hotel, genauer gesagt der steile Stufenabstieg unter den Bungalows am Ende des Hotelgeländes. Zuerst ging es über viele Stufen ca. 500 HM und 1,8 km in Serpetinen steil bergab, wobei die Landschaft wirklich sehr abwechslungsreich und die Sicht aufs Meer und auf Paúl do Mar großartig war. Auf halber Höhle machten wir durch eine Mini-Höhle einen kurzen Abstecher zu einem Wasserfall. Die ganze Strecke bis hinunter in die Ortschaft hatten wir den Weg fast für uns ganz alleine.

In Paúl do Mar angekommen, navigierten wir uns durch kleine Seitengassen bis zur Strandpromenade, die wir dann ca. 2 km entlangmarschierten. Zur linken Seite das Meer, zur rechten Seite Häuser, kleine Apartmentanlagen und ein paar wenige Cafés/Restaurants. Nach 2 km kamen wir beim Aparthotel Paúl do Mar an, wo dann wieder der Aufstieg beginnt: in 2 km macht man wieder ca. 460 HM wett, bis man in den nächsten Ort, nämlich Fajá da Ovelha kommt. Dieser Teil der Route war absolut menschenleer, es war außer uns niemand unterwegs. Aufgrund der Mittagshitze und der ungetrübten Sonne war der Aufstieg ziemlich schweißtreibend, die Landschaft aber auch wieder total spannend. Zwischendurch wanderten wir durch ein Meer von Aloe Veras und Agaven.

In Fajá da Ovelha wanderten wir nochmals 200 HM bergauf durch die kleine, verschlafene Ortschaft und suchten den Einstieg zur Levada Nova. Der Wanderführer hatte das ziemlich einfach beschrieben, aber in der Realität sah das ganz anders aus. Nach dem richtigen Weg zu fragen gestaltete sich als besonders schwierig, nachdem wir zwar Englisch, Französisch und Spanisch sprechen, aber unser Gegenüber nur Portugiesisch. Letzten Endes gelangten wir auf eine Levada, die zwar sehr schmal und extrem verwachsen war, aber trotzdem sehr charmant. Dummerweise endete sie an einem breiten, zugewachsenen Hügel, den wir aus Mangel an Alternativen hinaufkletterten - durch einem halben Dschungel an Gestrüpp und Farne. Oben angekommen standen wir plötzlich - auf der großen Hauptstraße, der ER 101! Also mußten wir wohl oder übel davon ausgehen, dass es nicht die richtige Levada gewesen war.

Nachdem wir ziemlich ratlos waren, marschierten wir mal 2 km am Straßenrand hinauf (zum Glück hatten wir noch eine Straßenkarte dabei!). Unnötig zu erwähnen, dass es keinen Gehsteig gab - zum Glück war der Verkehr nicht übermäßig extrem. Schließlich gelangten wir wieder in eine Art Ortschaft mit ein paar Häusern. Ein paar hundert Meter weiter nach der Ortschaft war in der Kurve eine Kreuzung - und eine riesige Baustelle! Einen Gartenpfleger, der gerade mit einem hübschen grünen Flecken inmitten der Baustelle beschäftigt war, fragten wir dort nach dem Weg. Zum Glück waren die Worte "Prazeres" und "Levada Nova" ziemlich eindeutig, denn auch er konnte nur Portugiesisch. Und endlich fanden wir auch auf die Levada Nova - inmitten der Baustelle, durch die diese nämlich unterbrochen war und deshalb auf diesem Teil nur teilweise Wasser führt.

Dann war es ziemlich einfach: der Levada entlang nach Estacada und von dort aus nochmal ca. 1,8 km zurück zum Hotel. (Erneutes Manko am Wander-Führer: Der Ausstiegspunkt aus der Levada war auch leider sehr vage beschrieben, weshalb wir wieder die Straßenkarte zu Rate ziehen mußten. Damit ging's dann aber ganz gut!)

Fazit zur Strecke: Die ganze Strecke bis zur Levada Nova waren wir alleine unterwegs, daher war es eine sehr ruhige, abgeschiedene Tour mit abwechslungsreicher Landschaft, vielen Höhenmetern (jeweils ca. 650 HM hinauf und hinab) und einer ganz ordentlichen km-Anzahl (ca. 16 km, wenn man unsere Irrwege mitrechnet). Einkehrmöglichkeiten gibt's jedenfalls in Paúl do Mar (wir hatten aber Jause und Wasser mit), aber das ist ja schon nach dem eher entspannenden, kurzen Teil der Tour. Wichtig: genug Wasser mitnehmen! Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Tour!

Fotos unter: Paúl do Mar-Wanderung in Bildern


2. Wanderung - Pico Ruivo

Nachdem Mauricio an der Rezeption uns empfohlen hatte, unbedingt an diesem Tag auf den Pico Ruivo - mit 1.862 HM der höchste Berg Madeiras - zu gehen, da es wolken- und nebelmäßig sehr gut aussehen würde, haben wir unsere Pläne, nach Funchal zu fahren, gleich über den Haufen geworfen, in aller Schnelle die Wandersachen gepackt und sind mit unserem Mietauto um 9.15 Uhr Richtung Pico do Arierio gedüst, dem Ausgangspunkt der heutigen Tour.

Der Pico do Arierio liegt auf 1.818 HM, und die Fahrt, insbesondere die Bergstraße hinauf, war wieder einmal total abwechslungsreich und spannend! Gegen 10.45 Uhr sind wir am Parkplatz des Restaurants am Pico do Arierio angekommen, von wo aus die Strecke zum Pico Ruivo führt. Es war um diese späte Uhrzeit schon relativ gut vollgeparkt.

Die Tour war laut Wander-Führer eine schwarze Strecke, aber nachdem sie wirklich absolut tadellos und fast lückenlos gesichert war, kann man sie maximal aufgrund der Höhenmeter und Distanz als eher anspruchsvoll betrachten. Zuerst ging's zum Bussardnest mit einem tollen Ausblick über das Bergmassiv der Umgebung und sogar bis zum Meer auf beiden Seiten. Im Anschluss ging es auf Steintreppen ca. 300 HM auf ca. 1.530 HM bergab und durch den ersten Tunnel (Tunel do Pico do Gato). Eine Taschenlampe ist hier unbedingt nötig, wenn man nicht naß und dreckig werden möchte. Der Tunnel ist zwar nicht übermäßig lang (nur ca. 50 m), aber total naß und matschig. Auch von der Decke tropfte es an vielen Stellen. War aber lustig!

Nach dem Tunnel ging es rauf auf ca. 1.850 HM (ziemlich stark ansteigend), zur Ostflanke des Pico das Torres. Von dort aus geht es wieder einige Zeit steinig bergab, bevor die Strecke wieder gleichmäßig ansteigend aufwärts geht. Auf ca. 1.750 HM liegt dann die Pico Ruivo-Hütte, von der aus man nochmal ca. 100 HM und 500 m bis zum Gipfel des Pico Ruivo (1.862 HM) hinauf wandert. Die Aussicht von ganz oben auf der riesigen Aussichtsplattform war sensationell. Am Berg befindet man sich relativ gut in der Mitte der Insel, sodass man nach allen Seiten einen unglaublichen Blick über die ganze Insel hat. Noch dazu hatten wir gerade mal ein paar Höhenwolken, sodass nichts die Sicht trüben konnte. Die Sonneneinstrahlung war in dieser Höhe aber auch keineswegs zu verachten, weshalb wir sicherheitshalber Jacken angezogen haben und Kappen trugen. (Die ganzen anderen Wanderer ohne Kopfbedeckung waren uns schon irgendwie ein Rätsel...)

Die streckenmäßige Zwischenbilanz: 7 km, 400 HM hinab und 450 HM hinauf (Zeit: ca. 2 Stunden --> haben aber die erste Pause erst am Gipfel eingelegt).

Nach einer kurzen Jause auf der Aussichtsplattform und etlichen Fotos (s.a. Foto-Galerie) ging es wieder abwärts auf den Rückweg. (Übrigens, eine Toiletten-Pause empfiehlt sich nach dem Abstieg vom Gipfel bei der Ruivo-Hütte, wo es ein öffentliches WC gibt.). Doch dieses Mal gingen wir beim kleinen Tunnel nach ca. einer guten halben Stunde nach dem Abstieg nicht daran vorbei und den gleichen Rückweg wie Hinweg, sondern durch den Tunnel hindurch. Laut unserem Wander-Führer wäre dieser Weg schon seit Jahren gesperrt, aber nachdem bereits zwei Leute einige hundert Meter vor uns auf diesem Weg wanderten, schien er zumindest noch irgendwohin zu führen. Die Strecke ging einige Zeit gemütlich eben und gesichert dahin, die Sicht war wieder großartig. Es gab auch einige Tunnel am Weg, und die Taschenlampe, die wir dabei hatten, hat sich ganz gut bewährt. Dieser Weg schien nicht sehr stark begangen zu sein, weshalb wir lange allein auf weiter Flur waren und - im Vergleich zum Hinweg - einen sehr ruhigen Streckenteil genießen konnten.

Am steilen Treppenaufgang schloss dann dieser Weg wieder zum bekannten Hinweg auf. Von da an ging's einige Höhenmeter wieder ziemlich steil bergauf, bis wir schließlich wieder zum Pico Ariero gelangten. Der Rückweg war ca. 5,6 km lang, ca. 350 HM hinab und ca. 300 HM bergauf (Zeit: ca. 2,5 Stunden mit Pausen).

Fazit zur Strecke: Konditionell für geübte Wanderer absolut kein Problem, sehr gut gesichert, bei Schönwetter sensationeller Ausblick während der ganzen Strecke. Aber abgesehen vom Rückweg über den angeblich gesperrten Weg war der Rest der Strecke schon relativ gut bewandert. Viel los ist insbesondere auf der Aussichtsplattform am Pico Ruivo, weil man auch von zumindest einer Seite über eine kürzere und einfachere Strecken auf den Gipfel kommt. Trotzdem in jedem Fall ein Muss!

Fotos unter: Pico Ruivo in Bildern



3. Wanderung - Risco-Wasserfall & 25 Fontes

Diesmal stand eine einfache, aber sehr schöne Tour am Programm, nämlich zum Risco-Wasserfall und den 25 Fontes. Per Auto ging's nach Rabaçal, den letzten Teil über eine sehr abenteuerliche Straße aus Pflastersteinen mit einigen Schlaglöchern. Der Parkplatz war noch fast leer, und der richtige Weg laut Wander-Führer war dieses Mal leicht zu finden. Beim Parkplatz gibt es einen Schranken, von wo aus man zu Fuss ca. 1,5 km und 250 HM bergab zum Forsthaus Rabaçal (Casa Rabaçal) wandert. Für ganz besonders Faule gibt es hierfür sogar einen Shuttle-Bus um EUR 5,--! Dieser Teil der Strecke war normale Straße, aber nur vom Shuttle-Bus befahren, also verkehrsmäßig kein Problem.

Beim Forsthaus geht zuerst der Weg zugleich zum Risco-Wasserfall und den 25 Fontes, bevor er sich nach einigen Minuten gabelt. Zuerst haben wir uns für den Risco-Wasserfall entschieden. Wir hatten Glück und hatten die Strecke (ca. 1,2 km) an einer kleinen Levada entlang nur für uns und waren auch eine Jausenpause lang alleine beim Wasserfall. Der Risco-Wasserfall ist mit knapp 200 m der höchste Wasserfall auf Madeira und schon sehr beeindruckend. Auch der Weg dorthin war, obwohl nur eben dahin, sehr schön und dank der Natur sehr abwechlungsreich zu wandern. Übrigens, die Vögel in der Nähe des Wasserfalls wissen sehr genau, dass die Touristen hier oft eine Pause einlegen und tauchen schon beim kleinsten Rascheln bettelnd auf. (Waren wirklich sehr niedlich... :-)

Dann gingen wir wieder den gleichen Weg retour, doch dieses Mal bei der Abzweigung Richtung 25 Fontes. Anfangs geht man ca. 100 HM hinab zur Levada 25 Fontes, der man den ganzen Weg bis zu den 25 Fontes folgt. Die Strecke war wirklich spannend, teilweise sehr eng (abschüssig auf der einen, die Levada auf der anderen Seite), sodass man bei Gegenverkehr schon ab und zu entweder auf Tuchfühlung gehen oder auf das schmalen Levada-begrenzende Mäuerchen zum Ausweichen hochsteigen mußte. Außerdem war der Großteil der Strecke von Lorbeerwald und Erikabüschen begrenzt und war deshalb sehr schattig, was bei der ungetrübten Sonne wirklich von Vorteil war. Die Levada 25 Fontes ist übrigens eine der Wasseradern, die Rabaçal entwässern und das Wasser ins Kraftwerk von Calheta bringen.

Bis zu den 25 Fontes waren es ca. 2 km. Die Quellen sind am Ende der Strecke in einem Halbkreis zwischen von Farnen begrünten Steilwänden angeordnet und machen nicht nur einen kühlen, schattigen Rastplatz, sondern auch ein tolles Fotomotiv! Wäre nicht so viel los gewesen, hätten wir vermutlich eine längere Rastpause eingelegt. So sind wir nach ca. 20 Minuten wieder Richtung Forsthaus Rabaçal aufgebrochen (Strecke retour: ca. 2,5 km). Doch dieses Mal sind wir nicht den gleichen Weg zurück, sondern sind einem Pfeil gefolgt, der direkt geradeaus zum Forsthaus verwies (eine sehr ruhige, kaum begangene Strecke!). Dann sind wir noch ein Stück weiter gewandert, bis zum 2 km langen Tunnel, der Richtung Calheta führt, wo wir eine Jausenpause eingelegt haben (empfehlenswert, weil sehr ruhig!). Nach dem ebenen Teil ging's noch ein kurzes Stück steil bergauf bis zum Forsthaus.

Fazit zur Strecke: Wenn man gerne in Ruhe wandert, muss man unbedingt früh genug losgehen! Ansonsten gibt es auf beiden Strecken regelrechte Völkerwanderungen, was bei der engen Levada-Strecke teilweise schon gekonnte Ausweichmanöver nötig macht. Die Strecken waren wirklich wunderschön zu wandern, aber man muss sich aufgrund der Einfachheit der Strecke darauf einstellen, dass man die meiste Zeit nicht alleine unterwegs ist.

Fotos unter: Risco & 25 Fontes in Bildern




4. Wanderung - Lombado da Ponta do Sol


Die heutige Halb-Tages-Tour ist laut Wander-Führer eine schwarze Strecke. Auch hier war es wieder schwierig, anhand der Beschreibung des Wander-Führers den entsprechenden Parkplatz und den Einstieg zur Tour zu finden. Nachdem wir nach einigem Herumgekurve endlich die Barockkapelle und die alte Zuckermühle in Ponta do Sol (Parkplatz und Ausgangspunkt) gefunden hatten, mußten wir erst einmal die Levada suchen. Nach ca. 100 HM ziemlich steil die Straße durch den Ort (quasi nicht befahren) hinauf, fanden wir zumindest einen Levada-Wegweiser. Am Einstieg zur Levada war ein Schild, wo über Renovierungsarbeiten an der Levada im Mai hingewiesen wurde. Nachdem aber nichts abgesperrt war und wir es endlich bis hierher geschafft hatten, wollten wir nicht umdrehen und haben es mal drauf ankommen lassen. (Fast am Ende der Strecke gab es übrigens noch so ein Schild, das darauf hinwies, dass die Bauarbeiten bis 15. Mai dauern würden - also Glück gehabt und nicht illegal gewandert! ;-)

An der Levada Nova wanderten wir schließlich für ca. 1 Stunde auf einem 40 cm breiten Mäuerchen (ungesichert) entlang. Links davon ging's etliche hundert Höhenmeter steil bergab. Das, was die Strecke vermutlich als eine schwarze qualifiziert, ist also offenbar die Schwindelfreiheit, die hier jedenfalls vorausgesetzt werden muss!

Nach einer Stunde gelangten wir zu einem Tunnel (ca. 200 m lang), und auf der anderen Seiten konnte man auch schon den Wasserfall erkennen, hinter dem man auf dem kleinen Levada-Mäuerchen vorbei mußte. Es sah spektakulärer und gefährlicher aus, als es eigentlich war. Einzig etwas nass wurde man (also Fotoapparate unbedingt wassersicher verstauen!). Aber ein lustiges, einmaliges Erlebnis war es allemal. Danach ging es die Strecke weiter auf dem Levada-Mäuerchen entlang für noch ca. 1 km, bis wir schließlich zum Ursprung der Levada Nova-Quelle kamen. Die Gegend war wunderbar idyllisch, außer uns waren nur zwei andere Leute hier. Eine Pause an der rauschenden kühlen Quelle ist wirklich zu empfehlen.

Zurück ging es nicht den gleichen Weg, sondern 50 HM hinab zur Levada Moinho. Auch dieser Weg war landschaftlich wirklich schön mit einem tollen Ausblick ins Tal und bis zum Meer, aber im Unterschied zur Levada Nova gesichert und daher harmlos zu gehen. Aber die Zeckengefahr ist hier nicht zu unterschätzen (viele Büsche am Rand, die Strecke stark bewachsen), also sollte man lange Hosen tragen und im Anschluss einen Zecken-Check machen. Am Ende der insgesamt ca. 7 km langen Tour gibt es kurz vor dem Ausstieg übrigens ein interessantes Gebilde, nämlich das Revolta das Águas-Mahnmal (Geschichte dazu siehe hier --> lesenswert!)!

Fazit zur Strecke: Eine landschaftlich einmalige Tour, spannend und fast menschenleer. Durch den Wasserfall und dem ungesicherten Weg wird das ganze zu einem netten Abenteuer und ist unbedingt zu empfehlen, sofern man schwindelfrei ist! (Einige Teile werden scheinbar renoviert, da zwischendurch die Levada-Mauer etwas unterbrochen und kaputt ist. Die paar Stellen tun aber der Wanderung wirklich keinen Abbruch.)

Fotos unter: Lombado da Ponta do Sol in Bildern




5. Wanderung - Levada da Serra

Die letzte Wanderung in unserem Urlaub auf Madeira sollte eine Tour aus der Wanderungen-Sammlung unseres Hotels werden (vom Jardim Atlântico gibt es nämlich eine Zusammenstellung von zahlreichen Touren, welche auf Wunsch auch gerne kopiert werden --> die Beschreibungen sind top!). Der Vorteil: Es sind etliche Wanderungen dabei, die man in der Umgebung machen kann und die auch nicht so touristisch sind (hängt natürlich vom Schwierigkeitsgrad ab).

Die ausgewählte Tour der ehemaligen (nicht mehr wasserführenden) Levada da Serra geht zuerst vom Hotel hinauf bis zur Kirche in Prazeres, dann die Straße entlang aufwärts bis zu einer stillgelegten Gerberfabrik. Ca. 200 m nach der Fabrik auf der rechten Seite gibt es einen Weg in den Wald. Dort sind wir dann an Ginster vorbei und unter Eukalyptusbäumen ca. 400 HM aufwärts gewandert (schön schattig), bis wir schließlich auf einer Hochebene angekommen sind, die an österreichische Almen erinnert. Auch die dazugehörigen Kühe waren da!

Von dort aus sind wir ca. 2 km der ehemaligen Levada da Serra entlang gewandert. Danach war wieder ein Abstieg, wieder durch Eukalyptuswälder, bis wir schließlich auf die Levada Nova gestoßen sind, der wir wieder bis nach Prazeres gefolgt sind. Oberhalb der Kirche in der Nähe des Forsthauses in Prazeres sind wir dann wieder auf der Straße zum Hotel zurück gegangen. Insgesamt war die Tour ca. 16 km lang und hatte jeweils 500 HM hinab und hinauf.

Fazit zur Strecke: Eine wunderschöne, längere Wanderung, bei der wir drei Stunden lang niemanden begegnet sind! Die Sicht aufs Meer und Prazeres war toll, aber am schönsten war der "Schmetterlingspfad" - ein Teil des Weges auf der Hochebene, wo wir etliche hundert Meter zwischen Schmetterlingen gewandert sind, die um uns fröhlich in der Sonne herumschwirrten.

Fotos unter: Levada da Serra in Bildern




6. Ausflug nach Funchal

Am Freitag ging es dieses Mal auf keine Wandertour, sondern in die Hauptstadt Madeiras, nach Funchal. Wir hatten uns vorab an der Rezeption nach einer Möglichkeit zu parken erkundigt und uns wurde die Parkgarage beim Hafen, gleich bei der Seilbahn rauf nach Monte (Ausfahrt: Exit 13, São Martinho) empfohlen. Obwohl der Vormittagsverkehr in Funchal ziemlich streßig war, haben wir trotzdem auf Anhieb hingefunden. Der Vorteil an der Parkgarage: Man findet problemlos einen Platz und ist mitten im Zentrum von Funchal.

Funchal ist übrigens nach Fenchel benannt. Um für die Siedelung Platz zu schaffen, wurden damals ganze Fenchelfelder gerodet. Und aus Funcho (=Fenchel) wurde daher Funchal.

Zuerst ging es gleich zur Markthalle (Mercado dos Lavradores), von der Parkgarge gerade einmal 5 Gehminuten entfernt. Am Freitag und Samstag ist dort am meisten los, sowohl von Kunden als auch von Verkäufern, und entsprechend reges Treiben herrschte in der Markthalle, die im Übrigen riesig ist. Es gibt zwei Stockwerke und eine eigene Fischhalle (ein gratis WC gibt es übrigens im 1. Stock). Die Auswahl war sensationell, ein regelrechter Overkill an Obst, Gemüse und Blumen (und vielem anderen, auch diverse Souvenirs)!!!

Die kleinen, im Geschmack sehr süßen Madeira-Bananen sind etwas besonderes (darüber haben wir bei Vortrag im Hotel einiges erfahren können), denn während die Reifung von Bananen am Baum sonst ca. 3-6 Monate braucht, benötigt eine Pflanze auf Madeira, bis sie Früchte trägt, 12-15 Monate. Deshalb können sie noch mehr Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und noch süßer werden. (Derzeit gibt es übrigens Bemühungen, den ganzen Bananen-Anbau auf Madeira auf einen biologischen Anbau umzustellen - derzeit werden ca. 10 % aller Plantagen biologisch betrieben.) Die Stauden fruchten übrigens nur einmal, deshalb wird im Schatten der "Mutterstaude" immer eine Tochterpflanze herangezüchtet. Geerntet werden kann dank des Klimas das ganze Jahr.

Nachdem wir uns am Markt mit ordentlich viel Obst eingedeckt haben, ging's zur Catedral Sé, wo wir beinahe durch den falschen Eingang gleich dem Priester in die Arme gelaufen wären (es war gerade eine Messe). Deshalb sind wir dann um die Kirche herum beim richtigen Eingang hinein. Die ganze Decke der Kirche ist übrigens aus Holz im Mudejar-Stil geschnitzt. Danach sind wir noch ein wenig durch den Innenstadt-Bereich Funchals gelaufen und haben in einem netten, kleinen Imbiss-Lokal Mittag gegessen.

Am Nachmittag ging's dann mit der Seilbahn (made in Austria!) rauf nach Monte, quasi dem Nobelbezirk von Madeira. Die Aussicht während der Seilbahnfahrt war genial, und man hat 15 Minuten Zeit, tolle Fotos aus der Luft zu machen. Von Monte aus sieht man super auf ganz Funchal! Die Kathedrale Nossa Senhora do Monte war leider gerade in Renovierung begriffen, weshalb die ganze Vorderseite mit einem Baugerüst umgeben war. Davor steht übrigens eine Statue von Karl I. von Habsburg (er wurde nach Madeira verbannt) - der Sarkophag mit seinen sterblichen Überresten befindet sich in der Kirche. Am Fuß der Kirche gibt es den Startpukt für die berühmten Korbschlittenfahrt: Man sitzt zu zweit in einem Korbschlitten, und zwei Korbschlittenfahrer ziehen den Schlitten die mäßig steile Straße bergab. Sieht lustig aus, war uns aber insgesamt doch zu teuer. (S. dazu bei der Foto-Galerie auch das Video von einer Korbschlittenfahrt --> Achtung: dauert ein wenig beim Download, ist aber sehenswert!).

Hinter der Kirche gibt es übrigens einen schönen, schattigen Park mit ein paar Bänken, wo sich eine Pause anbietet.

Funchal ist wirklich sehenswert, leider hatten wir nur einen Tag Zeit dafür.

Fotos unter: Funchal in Bildern



Wichtige Tips für Wanderausflüge:

  • Wanderstöcke mitnehmen --> praktisch v.a. bei steilen Strecken mit vielen Höhenmetern
  • Sonnencreme verwenden (am besten LSF 50+ UVA/UVB - Madeira liegt doch relativ nahe am Äquator, und die UV-Belastung ist oft sehr hoch!)
  • Zeckenzange einpacken (Zecken sind sehr häufig, obwohl fast nicht gefährlich --> s. hier: Vom Nutzen der Madeira-Mauereidechse)
  • Taschenlampe nicht vergessen (es gibt diverse Tunnels, wofür das oft wirklich sehr praktisch ist, wenn man nicht in eine riesige Wasserlacke treten oder sich den Kopf anstoßen will)
  • Kopfbedeckung in der Sonne nicht vergessen!


Landkarte Madeira


http://www.weltkarte.com/europa/portugal/landkarte_madeira.gif



Wichtige Links:

Hotel Jardim Atlântico
Holidaycheck
Bewertungen des Hotels auf Holidaycheck.de
Über den Nutzen der Madeira-Mauereidechse
Madeira-Center (tolle Wetter-Übersicht mit UV-Index!)
Offizielle Tourismus-Seite Madeiras
Wander-Tips auf der Tourismus-Seite




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